1 Mord für 2 (2007)

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Der Schriftsteller Andrew Wyke (Michael Caine) empfängt in seinem hochkünstlerisch und hypermodern-kalt eingerichteten Landhaus den Liebhaber seiner Frau, Milo Tindle (Jude Law).
Nach einer Reihe von taktischen Boshaftigkeiten, die sich die beiden an den Kopf werfen, schlägt Wyke Tindle vor, seine Noch-Ehefrau freizugeben und einen Juwelenraub als Prämie obendrauf, um die Versicherung zu kassieren. Doch das ist ein perfider Plan, denn tatsächlich inszeniert Wyke das nur, um Tindle zu demütigen und dann zu töten.


1 Mord für 2


Inhalt:

Der Schriftsteller Andrew Wyke (Michael Caine) empfängt in seinem hochkünstlerisch und hypermodern-kalt eingerichteten Landhaus den Liebhaber seiner Frau, Milo Tindle (Jude Law).
Nach einer Reihe von taktischen Boshaftigkeiten, die sich die beiden an den Kopf werfen, schlägt Wyke Tindle vor, seine Noch-Ehefrau freizugeben und einen Juwelenraub als Prämie obendrauf, um die Versicherung zu kassieren. Doch das ist ein perfider Plan, denn tatsächlich inszeniert Wyke das nur, um Tindle zu demütigen und dann zu töten.

Drei Tage später steht plötzlich ein Polizist vor der Tür und sucht Tindle. Er weiß eine Menge über den Verschwundenen und läßt sich auch von Wykes Beteuerungen, es sei ein Spiel gewesen und Tindle noch am Leben, nicht abbringen, Wyke zu überführen…


Handlung:

Milo Tindle, ein arbeitsloser Schauspieler, hat eine Affäre mit der Ehefrau des berühmten und reichen Krimiautors Andrew Wyke.

Auf Einladung des Autors treffen sie sich unter vier Augen in Wykes Haus. Tindle möchte, dass sich Wyke von seiner Frau scheiden lässt. Doch dieser schlägt ihm etwas anderes vor: er fordert Tindle zum Schmuckdiebstahl im Wert von einer Million Pfund auf.

Nach einigem Überlegen geht Tindle auf Wykes „Spiel“, wie er es nennt, ein und befolgt seine gut vorbereiteten Anweisungen zum Einbruch. Plötzlich zieht Wyke eine Pistole und bedroht Tindle damit. Es sieht so aus, als hätte Wyke Tindle die ganze Zeit an der Nase herumgeführt und wolle sich nur am Geliebten seiner Frau rächen. Tindle bettelt um sein Leben. Wyke schießt.

Einige Tage später: Ein Herr mit Lederjacke steigt aus dem Auto und klingelt an Wykes Wohnungstür. Er stellt sich als Inspektor vor, der wegen des Verschwindens eines jungen Mannes ermittelt, der vor drei Tagen das letzte Mal in einem nahen Hotel gesehen worden war: Tindle. Er erwähnt auch, von der Beziehung zwischen Wykes Ehefrau und Tindle zu wissen. Und letztendlich beschuldigt er ihn, Tindle ermordet zu haben. Wyke gerät ins Schwitzen. Dann jedoch gibt sich der Inspektor als verkleideter Tindle selbst zu erkennen, der dem Autor einen gut geplanten Revanche-Streich gespielt hat.

Tindle zwingt Wyke, den Safe zu öffnen und den Schmuck herauszuholen. Beide finden, dass der „Spielstand“ nun 1:1 beträgt und abzuwarten bliebe, wer den letzten Satz gewinnt.

Hierzu kommt es zu einer (von Pinter in die Originalhandlung eingefügten) psychologisch aufgeheizten Szene im Schlafzimmer, in der sich die beiden – auch körperlich – näherkommen, bevor das mörderische Spiel durch einen weiteren Schuss zu seinem Endstand kommt.


Hintergründe:

Das Theaterstück war bereits im Jahr 1972 von Joseph L. Mankiewicz als Mord mit kleinen Fehlern verfilmt worden. In dieser Verfilmung spielte Laurence Olivier den Schriftsteller, während Michael Caine die Rolle des Liebhabers der Ehefrau übernahm. Das Remake nimmt darauf Bezug, da der Schriftsteller den Schauspieler immer wieder als Frisör bezeichnete, in der ersten Fassung war der Schauspieler ein Frisör.

Der Film wurde in den englischen Twickenham Film Studios und in Bedfordshire gedreht. Seine Weltpremiere hatte er bei den am 29. August eröffneten Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2007. Der Kinostart in Deutschland war am 20. Dezember 2007.

Die Filmbewertungsstelle (FBW) gab dem Film das Prädikat „Besonders wertvoll“.


Box Office:

Der Film spielte laut Box Office Mojo in den USA rund 342.000 Dollar ein, in Großbritannien umgerechnet 732.000 Dollar und in Deutschland 569.000 Dollar. Insgesamt wurden in den Kinos weltweit Einnahmen von ca. 4,84 Mio Dollar erzielt.


Kritiken:

Englischsprachige Kritiken

Carina Chocano schrieb für die Los Angeles Times vom 12. Oktober 2007, die Wortgefechte seien so scharf, dass es ein Wunder sei, dass niemand dabei ein Auge verliere (“… the verbal sparring is so sharp it’s a wonder nobody loses an eye …”). Es sei eine große Freude zu beobachten, wie Caine und Law sich mit einer solchen Heftigkeit angreifen.

Roger Ebert schrieb in seiner Filmkritik, dass man nicht denken solle, wenn man das Theaterstück oder den früheren Film (Mord mit kleinen Fehlern) gesehen habe, dass man dann auch den neuen Film schon kenne. (“… do not make the mistake of thinking that if you’ve seen the earlier play or film, you’ve got this one covered …”).

Robert Koehler schrieb am 30. August 2007 in der Variety (Druckausgabe vom 3. September 2007), dies sei ein radikal anderer „Sleuth“ und wirke stellenweise wie eine Pinter-Selbstparodie (“this is a radically different ‘Sleuth’, one that feels at times like Pinter self-parody”). Die Darstellung von Jude Law sei nicht überzeugend, besonders in der zweiten Filmhälfte. Der Regisseur habe kein Gespür dafür, wie er die beiden Darsteller in den Räumen platzieren solle (“has no eye for how to frame two bodies in stark, empty spaces”). Koehler kritisierte außerdem den Schnitt und die Filmmusik (“Patrick Doyle’s grinding score sounds like a poor substitute for suitably minimalist composers like Michael Nyman.”).

Roderick Conway Morris schrieb am 31. August 2007 auf der Online-Kulturseite der International Herald Tribune, der Film sei ein fesselndes Erlebnis und reflektiere die enormen Veränderungen in der englischen Gesellschaft, Sprache und Moral seit der Uraufführung des Theaterstücks vor nahezu 40 Jahren.


Deutschsprachige Kritiken:

Susan Vahabzadeh schrieb in der Süddeutschen Zeitung vom 1. September 2007, der Film schaffe die Balance zwischen dem, „was man machen möchte“ und „den Möglichkeiten, den eigenen Fähigkeiten und den Erwartungen der Leute, an die man sich wendet“. Es mache Spaß, „Caine und Law bei ihrem verbalen Pas de deux zuzuschauen und zuzuhören“. Der Film beinhalte jedoch „von allem zu viel, zu viel Dekoration, ausgestellte Schauspielkunst, filmischer Zirkus“. Der Regisseur agiere „wie der typische Theatermann im Kino – so besessen von der Kamera, Blickwinkeln, Fahrten, dass der Film nie zur Ruhe kommt und einem ermöglicht, sich auf die Geschichte wirklich einzulassen“. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden resümiert: „Ein Genuss für Ohren, Augen und Geist, wie er selten im Kino zu sehen ist.“

Das Lexikon des Internationalen Films urteilt: „Das Remake des Filmklassikers ‚Mord mit kleinen Fehlern‘ 1972 hat ähnliche inszenatorische Stärken wie das Original: brillante Darsteller, messerscharfe Dialoge und einen raffinierten Umgang mit dem auf einen einzigen Schauplatz begrenzten filmischen Raum. Obendrein gelingt es dem Film, in der Konturierung des männlichen Machtkampfs klug eigene Akzente zu setzen.“


Quelle: Wikipedia

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