Arsen und Spitzenhäubchen (1944)

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Auf Hochzeitsreise möchte Mortimer Brewster (Cary Grant) so schnell wie möglich gehen, doch da sind seine zwei alten Tanten Abby und Martha vor, die noch eine Leiche in der Truhe haben. Damit nicht genug: schon seit Jahren vergiften sie mit Wein alte, alleinstehende Herren, die ihr geistig maroder Neffe Teddy, der sich für Roosevelt hält, anschließend im Keller vergräbt, in dem Glauben, dort Schleusen für den Panamakanal auszuheben.


Arsen und Spitzenhäubchen


Inhalt:

Auf Hochzeitsreise möchte Mortimer Brewster (Cary Grant) so schnell wie möglich gehen, doch da sind seine zwei alten Tanten Abby und Martha vor, die noch eine Leiche in der Truhe haben. Damit nicht genug: schon seit Jahren vergiften sie mit Wein alte, alleinstehende Herren, die ihr geistig maroder Neffe Teddy, der sich für Roosevelt hält, anschließend im Keller vergräbt, in dem Glauben, dort Schleusen für den Panamakanal auszuheben.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, bricht auch noch Mortimers Bruder Jonathan aus dem Gefängnis aus, der nach einer Gesichtsoperation wie Frankensteins Monster aussieht. Bald schon steht er in Begleitung des Arztes Dr. Einstein in der guten Stube und hat bald Mortimer zum Ziel. Bald ist das Chaos komplett…


Arsen und Spitzenhäubchen (Originaltitel: Arsenic and Old Lace) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1941, der jedoch erst 1944 zur Aufführung kam. Regie führte Frank Capra.

Die mit Schwarzem Humor angereicherte Filmkomödie basiert auf dem Theaterstück Spitzenhäubchen und Arsenik (Arsenic and Old Lace) von Joseph Kesselring und wurde von dem Drehbuchautor Julius J. Epstein adaptiert. Der Erfolg der Bühnenfassung am Broadway verzögerte die Uraufführung des Films bis ins Jahr 1944, denn die Produzenten hatten sich vertraglich verpflichtet, mit der Auswertung des Filmes bis nach Absetzung des Stückes am Broadway zu warten.
Cary Grant spielt den Schriftsteller Mortimer Brewster, der kurz nach seiner Hochzeit feststellen muss, dass seine Tanten, zwei liebenswerte alte Damen, dargestellt von Josephine Hull und Jean Adair, im wahrsten Sinne des Wortes einige Leichen im Keller haben. John Alexander ist als Brewsters geisteskranker Bruder Teddy zu sehen. Hull, Adair und Alexander waren in diesen Rollen bereits 1941 in der Uraufführung des Theaterstücks besetzt.


Handlung:

Abby und Martha Brewster sind zwei liebenswerte alte Damen, die keinem Menschen ein Haar krümmen könnten. Davon ist ihr Neffe, der Theaterkritiker Mortimer, überzeugt. Doch als er am Tag seiner Hochzeit vom Standesamt in das Wohnhaus zurückkehrt, um von der gelungenen Trauung zu berichten und sich vor der unmittelbar bevorstehenden Hochzeitsreise zu verabschieden, macht er dort eine entsetzliche Entdeckung: In der Truhe beim Fenster liegt eine Leiche versteckt. Mortimer stellt die Tanten zur Rede und muss erfahren, dass diese, als Zimmervermietung getarnt, aus Mitleid alte einsame Männer in ihr Haus locken und mit einer Mischung aus Wein und den Giften Arsen, Strychnin und Zyankali töten, um sie „Gott näher zu bringen“. Zur Beseitigung der Leichen instrumentalisieren sie dabei Mortimers geisteskranken persönlichkeitsgestörten Bruder Teddy. Dieser hält sich für Präsident Theodore Roosevelt und ist in der Nachbarschaft und bei der Polizei als Unruhestifter bekannt, weil er im Zuge seiner Wahnvorstellungen regelmäßig laut auf seiner Trompete zum Angriff bläst. Den Tanten ist es ein leichtes, den ahnungslosen Teddy im Keller zunächst Gräber ausschaufeln zu lassen, indem sie ihn glauben machen, er hebe den Panama-Kanal aus. Die Ermordeten geben sie ihm gegenüber als Gelbfieberopfer aus und veranlassen Teddy so, diese schnell zu begraben, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern.
Als Mortimer von diesen Praktiken erfährt, ist er schockiert, will seine Familie jedoch nicht der Polizei ausliefern. Stattdessen denkt er, das Problem lösen zu können, indem er als ersten Schritt die Einweisung seines Bruders Teddy in eine Nervenheilanstalt in die Wege leitet. Um die dafür nötigen bürokratischen Hürden zu nehmen, verlässt er das Haus, nachdem er seinen Tanten verboten hat, weitere Fremde ins Haus zu lassen oder gar zu ermorden.

In der Zwischenzeit, noch während Teddy im Keller mit dem Ausheben des vermeintlichen Panama-Kanals beschäftigt ist, kehrt jedoch Mortimers lange als verschollen gegoltener und als schwarzes Schaf charakterisierter Bruder Jonathan Brewster ins Haus zurück. Dieser ist, ohne dass die Familie es zunächst weiß, zum polizeilich gesuchten Serienmörder geworden. Zusammen mit seinem Komplizen Dr. Einstein will er im Haus der Tanten untertauchen und sich heimlich seines mitgebrachten letzten Mordopfers entledigen. Bald erfahren die zwei Verbrecher von Teddys Grabungsaktivitäten im Keller und wittern ihre Chance, den Leichnam bequem im Keller zu entsorgen.

Um dies unbemerkt tun zu können, schüchtert Jonathan die Tanten so weit ein, dass diese sich in das Obergeschoss zurückziehen. Dies gelingt ihm, nicht zuletzt durch sein nach zahlreichen Operationen entstelltes, angsteinflößendes Gesicht, das die Tanten an Frankensteins Monster erinnert.
Als Mortimer ins Haus zurückkehrt, trifft er zu seinem Ärger auf Jonathan und dessen Komplizen. Nachdem er ihre Leiche entdeckt hat, will er sie des Hauses verweisen und notfalls die Polizei rufen. Die beiden Verbrecher haben jedoch inzwischen bereits entdeckt, dass sie nicht die einzigen sind, die eine Leiche im Keller verschwinden lassen wollen, und können Mortimer daher dazu nötigen, von dieser Idee abzulassen.
Die gegenseitigen Abneigungen von Mortimer und Jonathan lassen die Situation weiter eskalieren, bis schließlich Jonathan beschließt, Mortimer umzubringen, wozu er diesen zuerst fesselt und knebelt.

Die im Zuge der Handlung immer wieder wegen diverser Bagatellen vorbeischauende örtliche Polizei bemerkt von Mortimers Not nichts, da Jonathan dessen Fesselung als Probe eines neuen Theaterstücks ausgibt, was wegen Mortimers Beruf als Theaterkritiker zunächst glaubwürdig erscheint.

Als einer der Streifenpolizisten Jonathan als Frankenstein bezeichnet, rastet dieser aus, und es entbrennt eine heftige Schlägerei.
Erst als der Polizeichef persönlich aufkreuzt, wird Jonathan als der gesuchte Serienmörder erkannt und verhaftet, sein Komplize Dr. Einstein kann fliehen. Obwohl nun im Zuge der Handlung die Leichen von mehreren anderen Personen zur Sprache gebracht werden, gelingt es dem mittlerweile befreiten Mortimer, sämtliche Mitglieder seiner Familie vor der Polizei als geisteskrank darzustellen und so eine Inspektion des Kellers zu verhindern. Er erreicht, dass nicht nur Teddy, sondern auch seine zwei Tanten in das Sanatorium eingewiesen werden. Mittlerweile findet auch Elaine, Mortimers frisch angetraute Ehefrau, die Leichen im Keller, nur mit Mühe kann Mortimer, indem er sie heftig küsst, verhindern, dass sie der Polizei davon erzählt.
Die Handlung endet damit, dass Mortimer von seinen Tanten erfährt, dass er als Kind adoptiert wurde und daher nicht fürchten muss, den Wahnsinn seiner vermeintlichen Familienmitglieder geerbt zu haben. Er kann nun beruhigt mit seiner Frau auf Hochzeitsreise fahren.


Hintergrund:

Der Film basiert auf dem von dem Drehbuchautor Julius J. Epstein adaptierten gleichnamigen Theaterstück Arsen und Spitzenhäubchen von Joseph Kesselring. Das Theaterstück hatte seine Broadway-Premiere am 10. Januar 1941 im Fulton Theatre und wurde dort 1.444 mal aufgeführt, bis am 17. Juni 1944 der letzte Vorhang fiel. Die Filmpremiere fand erst am 1. September 1944 im Manhattan Strand Theatre statt, US-weit lief der Film ab 23. September 1944 in den Kinos. So lange hatte sich Warner Bros. vertraglich verpflichtet, mit der Uraufführung des ebenfalls bereits 1941 produzierten Films zu warten. Bereits 1943 war der Film allerdings exklusiv im Ausland stationierten US-Truppen gezeigt worden.

Im Bühnenstück spielte Boris Karloff den Jonathan Brewster. Karloff war auch Produzent und Geldgeber des Bühnenstücks. Im Film jedoch wurde Karloffs Rolle von Raymond Massey gespielt. Dieser wurde absichtlich so geschminkt, dass er Karloff ähnelt. Im englischen Original des Films wie auch im Theaterstück handelt es sich daher um einen zentralen Gag, dass sowohl die Tanten als auch Mortimer sagen, Jonathan erinnere sie an Boris Karloff. In der deutschen Synchronisation wurde daraus Frankensteins Monster.

Regisseur Capra hatte die Rolle des Mortimer Brewster zuerst bei Bob Hope, Jack Benny und Ronald Reagan angefragt. Bob Hope kam beispielsweise nicht aus seinem Paramount-Vertrag heraus. Erst als alle drei absagten, ging die Hauptrolle an Cary Grant.

Die Hauptdarsteller Hull, Adair und Alexander wurden nur für acht Wochen von ihren Broadway-Verpflichtungen freigestellt, deshalb wurde der gesamte Film vom 20. Oktober bis 16. Dezember 1941 abgedreht.

In einer Szene sitzt Mortimer sinnierend auf einem Grabstein des benachbarten Friedhofs, der den Namen Archie Leach trägt, Cary Grants bürgerlichen Namen.

Das Stück, das Teddy zu Beginn des Films auf dem Klavier spielt, ist der Alla Turca überschriebene, auch Türkischer Marsch genannte, 3. Satz aus der Klaviersonate Nr. 11 von Wolfgang Amadeus Mozart.

Cary Grant spendete seine komplette Filmgage von 100.000 Dollar dem U.S. War Relief Fund.


Deutsche Fassung:

Die erste deutsche Synchronbearbeitung für die Kinoauswertung entstand 1957. 1962 wurde dann in den Ateliers der Berliner Synchron GmbH, Berlin, eine neue deutsche Fassung angefertigt. Das Dialogbuch stammte von Fritz A. Koeniger, Dialogregie führte Klaus von Wahl. Diese Fassung erhielt zudem einen komplett neuen, zum Teil animierten Vorspann in deutscher Sprache. Auch sämtliche Filmbilder mit englischen Texten wurden durch Standbilder mit deutschsprachigen Pendants ausgetauscht. Seither wird zumeist diese zweite Version gezeigt. Auf der im Jahr 2004 veröffentlichten DVD des Films sind jedoch beide Synchronfassungen enthalten. Wie beim Vergleich der beiden auf der DVD enthaltenen Synchronversionen mit der Originalfassung gesehen werden kann, wurden sowohl in der Fassung von 1957 als auch in der Fassung von 1962 ein paar kurze Szenen herausgeschnitten.

Für Fernsehausstrahlungen existiert seit 2003 eine vom Bayerischen Rundfunk produzierte Hörfilmfassung. Sprecher ist Bernd Benecke.


Rezeption:

Die Redaktion des Lexikon des internationalen Films urteilt, der Film sei ein „Evergreen des schwarzen Humors, von Capra mit makabrem Witz und Phantasie angereichert, wobei er aus dem Gegensatz zwischen kleinbürgerlicher Behaglichkeit und nacktem Entsetzen köstliche Effekte erzielt“.

Der Film „besticht durch pointierte Dialoge und dem Aufprall biederen Bürgertums mit blankem Horror“, ist im Heyne-Filmlexikon zu lesen. Es handele sich um „ein Meisterwerk schwarzen Humors.“


DVD-Veröffentlichung:

Arsen und Spitzenhäubchen. Warner Home Video 2004 – diese DVD enthält sowohl die US-Original-Kinofassung (ca. 113 Minuten), als auch die deutsche Kinofassung von 1957 (ca. 113 Minuten) sowie die zweite deutsche Synchronfassung von 1962 (ca. 110 Minuten).


Quelle: Wikipedia

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