Oliver Twist (2005)

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In Roman Polańskis Version von Oliver Twist beginnt die Geschichte mit der Einweisung Olivers in ein Waisenhaus in einer englischen Provinzstadt. Er wird von Mr. Bumble, dem Kirchenspieldiener vorgestellt, danach in die Kinderarbeit eingewiesen. Die Kinder leiden Hunger. Als Oliver nach der ersten Portion des gemeinsamen Essens eine weitere Portion erbittet, beschließt der Vorstand empört, Oliver als Lehrjungen zu vergeben. So kommt er in die Obhut des Bestattungsunternehmers Mr. Sowerberry.


Inhalt:

Das viktorianische England des 19. Jahrhunderts: Oliver Twist (Barney Clark) wächst im Waisenhaus auf. Kaum zehn Jahre alt, soll ihm ein Beruf beigebracht werden. Die Arbeit ist hart, das Essen für die Waisen aber nicht ausreichend. Aufgrund von Lospech ist Oliver dazu auserkoren, für sich und die Jungs mehr Essen zu erbitten. Dies wird von den Leitern des Waisenheims als unsägliche Beleidigung, Respektlosigkeit und Undank betrachtet, weswegen der zierliche Oliver zur Persona non grata erklärt und schnellstens abgeschoben werden soll.

Nachdem er einem gefährlich aussehenden Mann (Andy Linden) und dessen nicht minder gefährlicher Profession, dem Schornsteinfegen, im letzten Moment noch entfliehen kann, landet er schließlich bei den Sowerberrys, den angesehenen Bestattern des Städtchens. Gerade als der junge Twist einen Funken Hoffnung, etwas Licht in seinem Leben ausmachen kann, wird sein durch Fleiß erarbeiteter Aufstieg innerhalb des Kleinunternehmens von seinem nur wenig älteren Vorarbeiter, der Unmenschlichkeit der Mrs. Sowerberry (Gillian Hanna) und der Feigheit Mr. Sowerberrys (Michael Heath) zunichte gemacht. Oliver Twist sieht keinen anderen Ausweg mehr und flieht. Zu Fuß marschiert er innerhalb von sieben Tagen nach London, wo er schnell Anschluss findet: Sein neuer Freund nennt sich Artful Dodger. Obwohl er nur unwesentlich älter als Oliver ist, ist er bereits ein Meister seines Fachs, dem Bestehlen von Passanten.

Eine Unterkunft und Verpflegung für die minderjährigen Jungs des kleinen Gaunerrings stellt der Pate, ein gebückt laufender alter Kauz namens Fagin (Ben Kingsley).

Erstmals in seinem Leben wird Oliver respektvoll behandelt. Doch ist seine neue Familie auch wirklich ein guter Umgang für Oliver Twist …?


Oliver Twist ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Charles Dickens aus dem Jahre 2005.


Handlung:

In Roman Polańskis Version von Oliver Twist beginnt die Geschichte mit der Einweisung Olivers in ein Waisenhaus in einer englischen Provinzstadt. Er wird von Mr. Bumble, dem Kirchenspieldiener vorgestellt, danach in die Kinderarbeit eingewiesen. Die Kinder leiden Hunger. Als Oliver nach der ersten Portion des gemeinsamen Essens eine weitere Portion erbittet, beschließt der Vorstand empört, Oliver als Lehrjungen zu vergeben. So kommt er in die Obhut des Bestattungsunternehmers Mr. Sowerberry. Dieser behandelt Oliver relativ freundlich. Im Unterschied zu seiner Frau, die ihn Hundefutter essen und unter einem Schreibtisch zwischen den Särgen schlafen lässt. Ein älterer Junge, Noah, der auch bei den Sowerberrys arbeitet, setzt ihm stark zu, zieht schließlich über Olivers tote Mutter her. Oliver verprügelt den Größeren daraufhin. Nachdem er deswegen hart bestraft wird, entschließt er sich zur Flucht. Er bricht in aller Frühe auf, als noch alle schlafen, und erreicht am Ende nach siebentägigem Fußmarsch London.

Ausgehungert und müde trifft er in London auf den etwas älteren Jack Dawkins (auch ‚Listiges Schlitzohr‘ genannt), der ihn in die Obhut von Fagin gibt. Fagin ist ein alter Bandenführer, der Kinder für sich auf den Straßen Londons stehlen lässt. Oliver fühlt sich erstmals in seinem Leben umsorgt, erkennt jedoch zunächst nicht, dass seine neuen Freunde Diebe sind. Auch er lernt von Fagin das Stehlen. Beim ersten Ausflug in die Stadt wird Oliver jedoch irrtümlich für einen Taschendiebstahl verantwortlich gemacht. Der Irrtum wird vor Gericht aufgeklärt und so kommt er in das Haus von Mr. Brownlow, der von der Gutherzigkeit des Jungen überzeugt ist. Er wird liebevoll aufgenommen und umsorgt.

Fagin ist überzeugt davon, dass Oliver die Bande verraten wird und beauftragt den Gangster Bill Sykes und dessen Freundin Nancy, Oliver aus dem Hause Brownlow zu entführen und zurückzubringen. Dies gelingt den beiden. Bill Sykes nutzt den Jungen, um mit ihm und dem Einbrecher Toby Crackit in das reiche Haus Brownlow einzubrechen. Oliver wird beim Einbruch durch einen Schusswechsel am Arm verwundet. Fagin und Sykes befürchten, dass Oliver sie irgendwann verraten könnte, und beschließen, Oliver umzubringen. Dies erweckt das Mitleid von Nancy, die Kontakt mit Mr. Brownlow aufnimmt, um Oliver zu retten. Dabei wird sie von Schlitzohr belauscht, der sie an Fagin und Sykes verrät. Sykes erschlägt daraufhin Nancy und muss fliehen. In der Zwischenzeit flieht auch die Kinderbande mit Fagin und Oliver vor der Polizei, die ihnen durch Mr. Brownlow auf der Spur ist.

Bill Sykes entscheidet sich auf der Flucht um und kehrt nach London in das neue Versteck zurück, um Fagin Geld, welches er zur Flucht benötigt, abzunehmen. Die Polizei kann das Versteck durch Sykes‘ entlaufenen Hund Bullauge jedoch finden. Sykes kommt auf der Flucht vor der Polizei ums Leben und Oliver zurück in die Obhut von Mr. Brownlow. Oliver stattet dem alten, aus Todesangst verrückt gewordenen Fagin einen letzten Besuch im Gefängnis ab, um sich bei ihm für das Heim, das er ihm in großer Not gegeben hatte, zu bedanken. Oliver wird bei Mr. Brownlow bleiben.


Synchronisation:

Der Film wurde unter der Dialogregie von Joachim Kunzendorf synchronisiert.


Hintergrund:

Oliver Twist ist im Werk Roman Polańskis mit ca. 50 Mio. € die teuerste Produktion, spielte aber in den USA nur zwei Millionen ein. Die Dreharbeiten fanden zwischen Juli und November 2004 in den Prager Filmstudios Barrandov statt. Der polnische Ausstatter Allan Starski, der bereits die Ausstattung von Polańskis Der Pianist besorgt hatte, ließ in den Prager Studios das London von 1830 wieder erstehen. Mit einem Großaufgebot tschechischer Statisten entstand das Gewirr einer Großstadt des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte vom Aufenthalt bei den Sowerberrys und der Flucht von Oliver nach London gelingt Polański besonders intensiv. – Zu erinnern ist hier an Polańskis Kindheitserfahrungen, als seine jüdischen Eltern in deutsche Konzentrationslager verschleppt wurden und er von polnischen Bauern versteckt wurde. – Die Einsamkeit des Waisenkindes Oliver wird in den Bildern, die er mit seinem Kameramann Paweł Edelman findet, für den Betrachter fast physisch spürbar.

Elvis Polanski (* 1998), der gemeinsame Sohn des Regisseurs mit Emmanuelle Seigner, spielte in dem Film eine kleine Statistenrolle als Kind mit einem hölzernen Spielreifen, dem die Taschendiebsbuben einen Streich spielen.


Kritiken:

film-dienst: Im Gegensatz zu früheren Verfilmungen des Romans von Charles Dickens konzentriert sich Roman Polanskis Adaption auf eine unmenschliche Gesellschaft. Der Film verdichtet sich immer zunehmend zu einem Sozialdrama unverkennbar humanistischen Anspruchs.

Epd film: Roman Polanski hat aus Dickens‘ Geschichte einen Horrorfilm gemacht. Mit grimmiger Detailtreue legt der Regisseur auf der Höhe seiner Kunst den sozialkritischen Kern von Oliver Twist frei.

Prisma Online: Dies ist eine der werkgetreuesten Umsetzungen von Charles Dickens‘ erstem Roman aus dem Jahre 1838. Polanski hat hier – wie bereits in seinem mehrfach Oscar gekrönten Werk „Der Pianist“ – eigene Erfahrungen in die Hauptfigur einfließen lassen. Denn seine Erlebnisse als Waise im Warschauer Ghetto verfolgen ihn bis heute. Die hohe Authentizität und die starken Darsteller – allen voran Ben Kingsley als zwiespältiger Bösewicht Fagin – sorgen für beste Unterhaltung.

John Irving in The Guardian: Polanski scheint für diesen Film geboren zu sein … Ben Kingsley ist der beste Fagin, den ich je gesehen habe … Polanskis „Oliver Twist“ übertrumpft die Versionen von David Lean, Carol Reed und sogar Dickens selbst … dieser „Oliver Twist“ ist ein Meilenstein der Filmgeschichte … Ein fabelhafter Film!


DVD-Veröffentlichung:

Oliver Twist. 125 Minuten. Ufa 2006
Oliver Twist. Deluxe Edition. 2-DVD-Set im Pappschuber. Disc 1 = Hauptfilm, 125 Minuten. Disc 2 = Making Of: Twist by Polanski, Making Of: The Best of Twist, Making Of: Kidding with Oliver Twist, The Children’s Making Of, Interviews mit Cast & Crew, Internationale Kinotrailer (deutsch & englisch), TV-Spot (englisch), Cast & Crew. Ufa 2006


Quelle: Wikipedia

 

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