Kabinett des Doktor Parnassus, Das (2009)

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Das Kabinett des Dr. Parnassus ist ein britischer Fantasyfilm von Terry Gilliam aus dem Jahr 2009. Es war der letzte Film, an dem der 2008 verstorbene Heath Ledger mitwirkte; der Film ist ihm und dem ebenfalls 2008 verstorbenen Produzenten William Vince gewidmet.



Inhalt:

London in unserer Gegenwart: in den eher abgelegenen Seitenstraßen an den Ufern der Themse zieht der Schausteller Dr.Parnassus (Christopher Plummer) mit seiner kleinen Truppe an Schaustellern und seinem seltsam altmodischem Gefährt herum, um Zuschauer zu finden. Obwohl seine Kunst und sein Gefährt den Gästen ermöglichen, in eine Welt aus Wünschen und Träumen einzutreten, hat er nur mäßigen Erfolg und Parnassus selbst ist müde, denn er ist rund tausend Jahre alt. Er hat seine Seele dem Teufel verspielt und gleichfalls das Leben seiner 15jährigen Tochter Valentina (Lily Cole), die an ihrem näherrückenden 16.Geburtstag dem Satan in Gestalt von Mr.Nick (Tom Waits) anheim fallen wird.

Schon läßt sich Parnassus auf eine neue Wette ein, bei der er binnen drei Tagen fünf Seelen verführen muß, um aus seinem Kontrakt entlassen zu werden. Da greifen die Schausteller den etwas düsteren Herumtreiber Tony (Heath Ledger) auf, der sich in Valentina verliebt und dementsprechend einiges Geschick an den Tag legt, die Wette zugunsten von Parnassus zu erfüllen. In den Räumen und Welten des Imaginariums tritt er in zahlreichen Masken (Johnny Depp, Colin Farrell, Jude Law) auf, um die Seelen zu sammeln…


Das Kabinett des Dr. Parnassus ist ein britischer Fantasyfilm von Terry Gilliam aus dem Jahr 2009. Es war der letzte Film, an dem der 2008 verstorbene Heath Ledger mitwirkte; der Film ist ihm und dem ebenfalls 2008 verstorbenen Produzenten William Vince gewidmet.


Handlung:

London der Gegenwart: Das kleine Wandertheater des Dr. Parnassus hat seine besten Jahre hinter sich. Schon lange interessieren sich die Menschen nicht mehr für seine Künste und ignorieren die Versuche des jungen Anton, Zuschauer am Theaterwagen zu halten. Dabei bietet das Theater eine Besonderheit: Einen Spiegel, der beim Durchschreiten die idealen Fantasiewelten des jeweiligen Menschen abbildet. Als bei einer Schlägerei ein Betrunkener zufällig durch den Spiegel fällt und nicht wiederkehrt, rufen andere Anwesende die Polizei. Der Truppe gelingt es zu flüchten. Was niemand außer den Theaterleuten weiß: Die Welt hinter dem Spiegel stellt den Hineingetretenen am Ende immer vor die Wahl zwischen dem eigenen größten Laster und der Alternative, dem Laster zu entsagen. Wer aus eigenem Willen dem Laster entsagt, wird gerettet und kehrt in die Realität zurück – hier hat Dr. Parnassus gewonnen. Diejenigen, die dem Laster zusagen, sterben und fallen dem Teufel zu. Der taucht in Form des schwarzgekleideten, rauchenden Mr. Nick auch bei Dr. Parnassus auf, um ihn an einen lange zurückliegenden Pakt zu erinnern. Parnassus ließ sich vor hunderten von Jahren auf eine Wette mit dem Teufel ein, die er gewann, und erhielt dafür die Unsterblichkeit. Als er sich in hohem Alter in eine Frau verliebte, schloss er mit dem Teufel einen neuen Pakt: Er erhielt seine Jugend zurück und konnte so die Frau für sich gewinnen. Dafür musste Parnassus Mr. Nick das Kind dieser Liebe versprechen, sobald es 16 Jahre alt geworden wäre. Parnassus ging darauf ein und ist nun verzweifelt, da seine einzige Tochter Valentina in drei Tagen 16 wird. Seine Trauer ertränkt er im Alkohol, seiner Tochter hat er jedoch noch nichts von ihrem Schicksal erzählt.

Beim Überfahren einer Brücke bemerken Anton, der heimlich in Valentina verliebt ist, und der kleinwüchsige Gehilfe Percy einen an der Brücke erhängten Mann. Sie binden ihn los – offensichtlich rettete ihn eine halbverschluckte Flöte vor der Strangulation. Er hat das Gedächtnis verloren und wird spontan von Valentina in ihr Herz geschlossen. Sie träumt von einem bodenständigen Leben mit Mann und Kind und hofft, dass dieser Mann, den sie vorerst George nennt, der Schlüssel dazu ist. Parnassus vermutet in ihm einen Handlanger von Mr. Nick, der jedoch jede Verbindung mit dem Mann, der in Wirklichkeit Tony heißt, zurückweist. Mr. Nick bietet Parnassus jedoch eine weitere Wette an, um Valentina zu retten: Wer bis zu ihrem 16. Geburtstag fünf Seelen für sich gewinnen kann, soll Valentina besitzen.

Gemeinsam mit Tony beginnen die Theaterleute, ihr Programm zu modernisieren. Da Tonys charmante Art auf Frauen besonders anziehend wirkt, kommen sie in kurzer Zeit zu Geld und vier Frauenseelen, die unter anderem durch die Leitung von Tony in seiner ersten Metamorphose auf dem rechten Pfad bleiben und zurück in die Gegenwart kommen. Kurz vor der rettenden fünften Seele erscheint eine Gruppe Russen am Theaterwagen und verfolgt Tony, der durch den Spiegel flüchtet und sich zum zweiten Mal verwandelt. Auch Anton ist Tony durch den Spiegel gefolgt, kann jedoch nicht verhindern, dass die Russen Tony einholen. Kurz bevor sie ihn zum zweiten Mal aufhängen können, erscheint in der Fantasielandschaft ein Haus mit einer russischen Mama, zu der sich die vier Russen kindergleich begeben. Es stellt sich heraus, dass die Frau nichts anderes als ein von Mr. Nick gesteuerter Apparat war. Beide Seiten haben nun vier Seelen – Anton jedoch hat zusätzlich erfahren, dass die Russen Tony verfolgt haben, da er Schulden bei ihnen hatte. Tony war der Leiter einer bekannten Wohltätigkeitsorganisation, der unter anderem mit dem Geld der „Russen-Mafia“ eine Stiftung für arme Kinder ins Leben gerufen hatte. Diese jedoch ließ über die Stiftung Geld waschen. Anton erkennt, dass Tony ihnen den Gedächtnisverlust nur vorgespielt hat, um in der Theatertruppe untertauchen zu können. Valentina erfährt nun von ihrem Vater zu ihrem Entsetzen, dass sie Teil einer großen Wette ist und Anton ist frustriert, weil Valentina für Tony mehr empfindet als für ihn. Als Anton aus der Zeitung erfährt, dass Tony in Wirklichkeit als Verbrecher gesucht wird, kommt es zu einem handfesten Streit mit Tony, in dessen Folge Valentina in den Spiegel gestoßen wird. Tony folgt ihr, und gemeinsam verbringen sie einen romantischen Tag in der Fantasiewelt Valentinas. Sie wechselt in die Fantasiewelt Tonys, der mit Valentina auf einer Gala seiner Kinderstiftung auftritt. Hier erscheint auch Anton im Kindesalter und warnt Valentina vor Tony: Dieser habe mit der Stiftung nichts Gutes tun wollen, sondern stattdessen mit den Organen dieser Kinder nur Organhandel betrieben. Die entsetzten Zuschauer der Gala nehmen daraufhin die Verfolgung Tonys auf. Die Welt der Gala löst sich auf und Anton stürzt in einen sich öffnenden Abgrund, ohne dass Valentina ihn halten kann. Valentina läuft durch eine Scherbenwelt, als sie auch ihren sturzbetrunkenen Vater tot wähnt. Sie trifft am Ende auf Mr. Nick und zwei Pforten. Obwohl Mr. Nick sie daran hindern will, gelingt es Valentina, die Pforte des Teufels zu betreten. Damit hat er seine fünfte Seele gewonnen, auch wenn diese gleichzeitig der Wetteinsatz war.

Da Mr. Nick diese Wendung der Dinge bedauert und Dr. Parnassus seine Tochter sucht, bietet er ihm einen neuen Vertrag an: Eigentlich sei er die ganze Zeit nur hinter Tony her gewesen, der ihm jedoch immer wieder entwischt sei. Wenn es Parnassus gelingt, dass Tony stirbt, soll er Valentina zurückerhalten. Tony gelangt auf seiner Flucht vor den Besuchern der Gala durch die Wüste zu einem Berg, erklimmt die Stufen, die hinauf führen, und findet am Gipfel einen Galgen. Er plant, erneut seine Glücksflöte zu verschlucken, um dem Erhängen zu entgehen, doch gelingt es Parnassus, die echte Flöte gegen eine falsche, zerbrechliche zu vertauschen. Die Menge hängt Tony, der sich seit dem Eintritt in den Zauberspiegel immer noch in seiner dritten Verwandlung befindet. Mr. Nick lässt Valentina frei und Parnassus im Unklaren, wo sie sich befindet. Jahre später, nach endlosem Suchen und in tiefster Verzweiflung, sieht Parnassus Valentina in Vancouver wieder. Sie hat inzwischen mit Anton eine Familie gegründet; die beiden haben eine kleine Tochter. Auch Percy trifft er in Vancouver wieder, der dem zum Bettler verkommenen Parnassus wieder auf die Beine hilft: Beide verkaufen nun kleine Puppentheater aus Pappe, bei denen Parnassus werbend die Stabfiguren vorführt.


Kritik:

Philip French vom britischen Observer lobte Das Kabinett des Dr. Parnassus als „visuell beeindruckend“, kritisierte jedoch, dass der Film zum Ende hin „intellektuell verquast“ sei und rührselig werde.

Empire erwähnte den Druck auf den Film, etwas Besonderes zu sein, da er Ledgers letzten Filmauftritt darstellt. Dieser sei nicht vergleichbar mit seinen Darstellungen in The Dark Knight oder Brokeback Mountain, was jedoch an der nicht besonders außergewöhnlichen Rolle Ledgers läge, der hier Teil eines Ensembles ist.

Besonders hob Empire die Darstellung von Lily Cole und Andrew Garfield hervor, die dem Film eine bodenständige Note gäben. Der Film würde zwar geradezu als ein „Wirbelwind der Fantasie“ beginnen, jedoch am Ende eher zu einem etwas enttäuschenden Nieselregen werden, was jedoch nicht über die großartige Leistung Gilliams hinwegtäuschen solle. Diesem sei es trotz des Todes seines Hauptdarstellers gelungen, den umgeschriebenen Film in seinem Grundkonzept einleuchtend bleiben zu lassen – zumindest innerhalb seiner surrealen Eigenwelt. Gerade weil Gilliam nach dem Tod Ledgers den Film nicht um Ledgers Rolle herum neu schrieb, sondern das Hauptaugenmerk auf die gesamte Handlung legte, sei ihm sein interessantester Film seit über einem Jahrzehnt gelungen, dem man nicht anmerke, dass die Handlung hätte anders verlaufen müssen.

Das Kabinett des Dr. Parnassus sei ein Film mit zu vielen Einfällen, als dass sie alle unter Kontrolle gehalten werden können, doch sei er aus einer Leidenschaft und Entschlossenheit heraus entstanden, die unglaublich ansteckend wirkt.

Cinema stellte fest, dass „Heath Ledgers Tod während des Drehs im Januar 2008 […] zynischerweise ein Glück für den Film“ sei, da die Notlösung, die Tony-Rolle durch verschiedene Charaktere zu besetzen, „Terry Gilliams Spaziergang durch einen surrealen Trödelladen am Ende den dringend benötigten Kick [verleiht …]. Trotz Storyschwächen eine künstlerische Extravaganz, wie sie das Kino selten zu bieten hat“.

Auch filmstarts empfand den Film „trotz offensichtlicher Schwächen […] gerade für Fans von Terry Gilliam sehenswert.“


Auszeichnungen:

Bei den Satellite Awards 2009 gewann Das Kabinett des Dr. Parnassus den Preis in der Kategorie „Bestes Kostümdesign“. Bei den Oscars 2010 war der Film in den Kategorien „Bestes Szenenbild“ und „Bestes Kostümdesign“ für einen Oscar nominiert.


Quelle: Wikipedia

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